Keeper gehört definitiv zu den ungewöhnlichsten Games des Jahres 2025. Ihr spielt keinen Helden, keinen Roboter, keine Kreatur aus bekannten Mythen, sondern einen alten Leuchtturm auf Spinnenbeinen. Vier knochige Beine (keine acht) tragen euren wackeligen Turmkörper durch eine Welt, die gleichzeitig farbenfroh und verstörend wirkt.
Die Optik ist bunt, verspielt und trotzdem seltsam schief. Die Natur wirkt verzerrt, als hätte jemand die Realität leicht zurechtgebogen. Ihr stolpert über groteske Meereswesen, die irgendwo zwischen faszinierend und unbehaglich liegen, und ihr bewegt euch durch eine lebendige Welt, die mehr andeutet als erklärt. Nichts wird euch vollständig präsentiert, vieles bleibt bewusst fragmentiert, als würde diese Welt selbst nur in Andeutungen sprechen.
Kurze Spielzeit, viele Ideen
Keeper wirft euch in kurzen Abständen neue Mechaniken und kleine Rätsel vor die Füße. Dadurch bleibt das Spiel kurzweilig, auch wenn die Rätsel keine schweren Hürden darstellen. Später ändert sich die Fortbewegung, mal seid ihr als Boot auf dem Wasser unterwegs, mal… nun, das müsst ihr schon selbst entdecken. Der Reiz liegt darin, nicht zu wissen, welche Idee das Game als Nächstes auspackt.
Eine wortlose Reise
Keeper erzählt seine Geschichte ohne einen einzigen gesprochenen Satz.
Ihr wandert mit eurem gefiederten Begleiter durch eine Welt, die von Einsamkeit lebt. Dieser kleine Freund birgt Gegenstände, dreht Kurbeln und hilft euch dabei, Rätsel zu lösen. Euer Licht dient dabei als treue Waffe gegen die Dunkelheit, die Wege versperrt oder die Welt auf unheimliche Weise verschluckt. Die Stille ist kein Makel, sondern ein bewusst eingesetztes Stilmittel, das die Atmosphäre noch dichter macht.
Es gibt kein Zeitlimit und keine Game-Overs. Ihr könnt euch treiben lassen, die Umgebung beobachten, verborgene Ecken entdecken oder den merkwürdigen Bewohnern dieser Welt begegnen. Trotz aller Absurdität bleibt Keeper ruhig, gemütlich und fast schon meditativ, ein Cozy Game in einer Welt, die eigentlich gar nicht cozy sein dürfte.
Kurz gesagt
Keeper ist kurz, kreativ und vollgestopft mit Ideen. Es zeigt euch eine bizarre, lebendige Welt, die sich nicht erklären will und die gerade dadurch beeindruckt. Die Botschaft bleibt Interpretationssache, doch zwischen der Dunkelheit, die ihr vertreibt, und den neuen Wegen, die sich euch öffnen, fühlt sich das Game wie eine stille Erinnerung daran an, dass man immer wieder aufstehen kann. Egal wie merkwürdig oder schwierig der Weg wird, irgendwo wartet ein Licht, das weiterführt. Aufgeben ist hier keine Option.
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Kommentare
schön bunt und farbefroh aber doch auch ein wenig bedrückend durch diese fiecher die ja alles kaputt machen wollen aber war ein schönes game und sehr entspannt hat schon spaß gemacht 5 sterne