Mit Forza Horizon 6 wagt sich die Reihe endlich ins langersehnte Japan-Setting. Eine perfekte Wahl für schnelle Straßenrennen, Neonlichter, enge Bergstraßen und völlig eskalierende Tuning-Kultur.
Doch wie viel Neuerung steckt wirklich in einem Genre, das seit Jahren hauptsächlich daraus besteht, hübsche Autos gegen Bäume zu werfen?
Die Horizon-Reihe kurz erklärt
Die Forza-Serie teilt sich bekanntlich in zwei Richtungen auf. Auf der einen Seite steht die eher realistische Motorsport-Reihe mit echten Rennstrecken und Simulationselementen. Auf der anderen Seite die Horizon-Spiele, die deutlich arcadiger ausfallen und voll auf Open-World-Spaß setzen.
In Forza Horizon 6 verschlägt es euch nun nach Japan. Dort rast ihr durch riesige Städte, verschneite Bergregionen, Kirschblütenalleen und endlose Autobahnen. Neben klassischen Rennen warten wieder jede Menge Aktivitäten, Sammelobjekte und natürlich unzählige Fahrzeuge auf euch.
Die Story bleibt dabei eher simpel gehalten. Ihr startet als neuer Fahrer in der Szene und arbeitet euch Stück für Stück nach oben, um besondere Armbänder freizuschalten. Diese führen euch zu spektakulären Showrennen gegen Flugzeuge, gigantische Mechs oder andere völlig überdrehte Gegner. Realismus wird hier ungefähr so ernst genommen wie die Haltbarkeit einer Leitplanke in Horizon.
Gameplay: Schnell, simpel und herrlich arcadig
Wer eine knallharte Rennsimulation sucht, ist hier falsch. Forza Horizon 6 bleibt ein klassischer Arcade-Racer und genau das macht den Reiz aus.
Den Schwierigkeitsgrad könnt ihr extrem frei anpassen. Ideallinie, Bremshilfe, Rückspulfunktion oder Schadensmodell lassen sich individuell einstellen. Auch die KI-Schwierigkeit kann jederzeit angepasst werden. Höhere Schwierigkeitsgrade bringen euch mehr Credits ein, aber niemand muss sich schämen, die Helfer zu aktivieren. Das Spiel will vor allem Spaß machen und keine Fahrschule simulieren. Dafür gibt es schließlich deutsche Innenstädte.
Ihr erkundet die riesige Open World frei, sammelt Belohnungen ein oder absolviert knapp 100 verschiedene Rennen. Dabei gibt es zahlreiche Rennarten:
- Straßenrennen
- Dirt-Rennen
- Nachtrennen mit Gegenverkehr
- Drift-Events
- Sprint-Rennen
Mega Nice: Es gibt kaum Strafen fürs aggressive Fahren. Wer ohne Schadensmodell spielt, darf sich fröhlich durchs Fahrerfeld schieben wie ein Einkaufswagen im Weihnachtsverkauf.
Die Steuerung fühlt sich direkt und angenehm arcadig an. Verschiedene Kameraperspektiven sowie manuelle oder automatische Schaltung sorgen dafür, dass jeder seinen bevorzugten Fahrstil findet.
Neu sind außerdem Händler am Straßenrand, bei denen ihr Fahrzeuge mit Rabatt kaufen könnt.
Online-Modi und zusätzliche Inhalte
Auch online bietet Forza Horizon 6 wieder reichlich Inhalte. Cooperative Rennen, PvP-Events, Drift-Wettbewerbe sowie bekannte Modi wie Hide and Seek oder Eliminator kehren zurück.
Zusätzlich warten kleinere Story-Kapitel auf euch, in denen ihr Missionen gegen die Zeit absolvieren könnt. Diese reichen von Essenslieferungen bis hin zu Drift-Challenges oder Tagesausflügen durch Japan. Für jede Mission lassen sich bis zu drei Sterne verdienen. Menschen lieben Sterne. Funktioniert bei Hotels, Apps und offenbar auch bei virtuellen Sushi-Lieferdiensten.
Eine wunderschöne Open World in Japan
Das Japan-Setting ist ohne Frage eines der größten Highlights des Spiels. Die Welt kombiniert moderne Großstädte mit traditioneller Architektur und bietet enorm viel Abwechslung.
Über 650 Straßen wollen entdeckt werden. Dazu kommen zahlreiche Aktivitäten:
- Blitzerzonen
- Driftstrecken
- Geschwindigkeitszonen
- Sammelobjekte
- zerstörbare regionale Maskottchen
Jede Region besitzt dabei ihren eigenen Stil und ihre eigenen Besonderheiten.
Hier seht ihr eines der regionalen Matcha-Maskottchen, die überall in der Spielwelt von Forza Horizon 6 versteckt sind. Je nach Region besitzen die Sammelobjekte unterschiedliche Designs und spiegeln die jeweilige Gegend Japans wider. Neben Credits und Erfahrungspunkten liefern die Maskottchen vor allem einen weiteren Grund, wirklich jede Ecke der riesigen Spielwelt zu erkunden.
Die Antwort auf die Frage ‚Wie viele Sammelobjekte braucht ein Open-World-Spiel?‘ lautet hier übrigens ganz klar: Ja!
Dieses regionale Maskottchen ist eine kleine Anspielung auf Edamame, also junge grüne Sojabohnen, die in Japan oft als Snack serviert werden. Passend dazu findet man die kleinen Bohnen hier vor einer eher traditionellen Anlage mitten im Grünen. Genau solche Details sorgen dafür, dass sich die Spielwelt nicht einfach nur wie eine hübsche Rennkarte anfühlt, sondern tatsächlich ein wenig japanische Kultur transportiert.
Natürlich dürfen auch die beliebten Scheunenfunde nicht fehlen. Über die gesamte Karte verteilt entdeckt ihr besondere Fahrzeuge, die zunächst restauriert werden müssen.
Vor allem die riesigen japanischen Autobahnen mit mehreren Ebenen sehen fantastisch aus und erzeugen echtes Tokio-Feeling. Gleichzeitig bietet die Welt starke Kontraste: verschneite Berglandschaften im Norden, dichte Großstädte im Zentrum und idyllische Kirschblütenregionen im Westen.
Grafisch legt Forza Horizon 6 nochmal deutlich zu. Die Spielwelt wirkt lebendiger, detaillierter und atmosphärischer als im Vorgänger.
Vor allem das verbesserte Raytracing sorgt für starke Lichtstimmungen und realistischere Reflexionen. Nachts durch Tokio zu fahren sieht teilweise absurd gut aus. Fast schade, dass man währenddessen meistens damit beschäftigt ist, mit 280 km/h gegen einen Getränkeautomaten zu krachen.
Wie steht´s um den Sound?
Auch beim Sound liefert das Spiel ab. Mehrere Radiosender bieten unterschiedliche Musikrichtungen und begleiten euch während Rennen oder Erkundungstouren.
Die Motorensounds klingen kräftig und die allgemeine Klangkulisse passt hervorragend zur offenen Spielwelt.
👌Tops und Flops 👎
Positiv
- riesige Open World mit extrem vielen Aktivitäten
- wunderschönes Japan-Setting
- spektakuläre Showrennen gegen Mechs und Flugzeuge
- Schnellreise von Beginn an verfügbar
- eigene Häuser und Gelände individuell gestaltbar
- Zeitrennen direkt in der Open World ohne Ladezeiten
Negativ
Ein paar kleinere technische Probleme gibt es dennoch. Manchmal bleibt das Auto an zerstörbaren Objekten hängen und kommt nicht mehr richtig frei. Das lässt sich zwar schnell per Reset oder Schnellreise beheben, nervt aber trotzdem.
Auch die Checkpoint-Erkennung könnte etwas toleranter sein. Gelegentlich berührt man die Flagge sichtbar und das Spiel zählt den Kontrollpunkt trotzdem nicht. Das sind aber eher kleinere Probleme.
Fazit: massig Content und unkomplizierter Arcade-Fahrspaß.
Selbst nach der rund 15-stündigen Story bleibt noch eine gigantische Menge an Content übrig. Über 650 Straßen, hunderte Sammelobjekte, unzählige Rennen und mehr als 650 Fahrzeuge sorgen für langfristige Motivation.
Dazu kommen Online-Rennen, selbst erstellte Events anderer Spieler, wöchentliche Seasons mit neuen Belohnungen und zusätzliche Story-Kapitel mit optionalen Herausforderungen.
Forza Horizon 6 erfindet das Genre nicht neu, muss es aber auch gar nicht. Das Spiel liefert genau das, was Fans erwarten: eine riesige Open World, tonnenweise Autos, spektakuläre Rennen und unkomplizierten Arcade-Fahrspaß.
Wer ein umfangreiches Rennspiel sucht, das sowohl alleine als auch online langfristig motiviert, wird hier definitiv glücklich. Und vermutlich auch irgendwann mit Vollgas in eine Mauer fahren. Traditionen sollte man schließlich pflegen.
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