Roadside Research – Wenn Aliens versuchen, Menschen zu imitieren

Veröffentlicht am 26. Mai 2026 um 12:00
Lego Horizon Adventures Wallpaper

Roadside Research stellt euch vor eine einfache Aufgabe: Betreibt eine Tankstelle auf der Erde.  Ihr seid Aliens die Menschen erforschen sollen und dabei ungefähr so unauffällig sind wie ein leuchtender Schleimfleck auf Asphalt.

Wir haben das Ganze im Online-Koop auf der Xbox Series X in der Gaming Preview gezockt und bis Version 0.1.88 rund 20 Stunden investiert. Also ja, wir haben genug Zeit in dieser Tankstelle verbracht, um zu wissen, wo es richtig Spaß macht und wo es noch ordentlich knirscht.

Worum geht’s im Spiel?

In Roadside Research übernehmt ihr die Rolle von ziemlich schlecht getarnten Aliens, die auf der Erde eine Tankstelle betreiben um menschliches Verhalten zu studieren.

Eure Tarnung ist dabei… optimistisch. Ein aufgemaltes Gesicht, ein bisschen so tun, als wärt ihr ganz normale Menschen, und hoffen, dass niemand genauer hinschaut. Spoiler: Jemand schaut genauer hin.

Der Alltag selbst ist überraschend bodenständig, zumindest auf den ersten Blick. Ihr kümmert euch um die Tankstelle, räumt Waren ein, kassiert Kunden ab und haltet den Laden irgendwie am Laufen. Gleichzeitig beobachtet ihr eure Kundschaft, filmt sie oder nutzt Alien-Technologie, um mehr über ihre Gewohnheiten herauszufinden.

Das Problem ist nur, dass ihr dabei ständig Gefahr lauft, eure Tarnung zu verlieren. Eure Figuren hinterlassen Schleimspuren, verhalten sich nicht immer ganz „menschlich“ und wenn ihr es übertreibt, steigt das Misstrauen. Dann tauchen plötzlich Agenten auf, die euch überprüfen, verhören oder im Zweifel direkt aus dem Verkehr ziehen.

Am Ende spielt ihr hier also keinen klassischen Simulator, sondern eine ziemlich schräge Mischung aus Alltagsjob und Undercover-Mission. Und genau dieser Spagat sorgt dafür, dass selbst einfache Aufgaben deutlich stressiger werden, als sie eigentlich sein sollten.

Gameplay: Stress, Chaos und Diskussionen im Koop

Sobald ihr loslegt, merkt ihr ziemlich schnell, dass „Tankstelle betreiben“ hier nichts mit entspanntem Kassieren zu tun hat. Ein normaler Ingame-Tag eskaliert innerhalb von Sekunden.

Ihr wollt eigentlich nur kurz ein Regal auffüllen und plötzlich steht jemand an der Kasse, draußen warten Autos, irgendwo liegt Müll rum und während ihr euch umdreht, werdet ihr einfach überfahren. Weil… warum auch nicht.

Genau dieses gleichzeitige Abarbeiten von allem ist der Kern des Gameplays. Ihr rennt permanent zwischen Aufgaben hin und her und habt ständig das Gefühl, eigentlich überall gleichzeitig sein zu müssen. Alleine wird das schnell anstrengend, im Koop wird es dagegen genau das, was das Spiel tragen kann.

Mit mehreren Spielern fangt ihr an, euch aufzuteilen, Absprachen zu treffen und irgendwann auch zu diskutieren, wer jetzt was macht. Und ja, „diskutieren“ heißt hier oft eher, dass jeder seine eigene perfekte Vorstellung davon hat, wie dieser Laden organisiert sein sollte. Wir haben uns regelmäßig darüber gestritten, wie man Regale sinnvoll einräumt oder wer gerade wichtiger ist. Klingt banal, wird aber im Stress erstaunlich schnell ernst.

Roadside Research Koop

Im Grunde ist das hier die freundschaftszerstörende Mario Kart-Regenbogenstrecke, nur eben im Tankstellen-Format.

Die Steuerung macht es dabei nicht unbedingt einfacher. Gerade im hektischen Moment wirkt vieles etwas hakelig, vor allem mit Controller. Dazu kommen die typischen Early-Access-Aussetzer. Wenn sich die Arme eures Koop-Partners plötzlich meterweit strecken oder Animationen komplett durchdrehen, ist das zwar unfreiwillig komisch, hilft aber nicht gerade beim präzisen Arbeiten bzw. Tanken. Jap Nex hatte da hin und wieder einen kleinen Tobsuchtsanfall.

Progression: Trotzdem hat das Spiel einen Fortschritt, der sich gut anfühlt. Ihr verdient relativ schnell Geld und könnt euren Laden erweitern oder neue Technik freischalten. Besonders die späteren Upgrades wie Selbstbedienungs-Zapfsäulen oder kleine Putzroboter nehmen euch spürbar Arbeit ab und verändern den Ablauf deutlich. Vorher seid ihr gefühlt nur am Hinterherräumen, danach habt ihr zumindest ein kleines bisschen Kontrolle über das Chaos.

Am Ende ist das Gameplay weniger „schwierig“ im klassischen Sinn, sondern eher ein Dauerzustand aus Überforderung, Organisation und Improvisation. Und genau daraus entstehen stressige Situationen, in dem alles gleichzeitig schiefgeht und ihr trotzdem irgendwie versucht, den Laden am Laufen zu halten.

Roadside Research Erweiterung

Schauen wir uns die „Welt“ an. Groß ist die nicht gerade.

In Roadside Research spielt sich im Grunde alles an einem einzigen Ort ab. Eure Tankstelle ist Dreh- und Angelpunkt, und viel mehr gibt es auch nicht zu sehen.

Kunden kommen und gehen, erfüllen ihren Zweck und verschwinden wieder, aber wirklich individuell wirken sie nicht. Nach einer Weile hat man das Gefühl, ständig denselben Leuten zu begegnen, nur in leicht anderer Verpackung. Das nimmt dem Ganzen ein bisschen die Glaubwürdigkeit, falls man die bei einem Alien-Tankstellen-Simulator überhaupt erwartet.

Auch optisch bleibt alles recht gleich. Ihr erweitert zwar euren Laden und schaltet neue Bereiche frei, aber die Umgebung an sich verändert sich kaum. Es ist weniger eine Welt, die ihr erkundet, und mehr eine feste Bühne, auf der euer Chaos stattfindet.

Sound & Musik: Von egal bis komplett albern

Der Soundtrack läuft im Hintergrund und macht genau das, was Fahrstuhlmusik auch macht. Er ist da.

Deutlich auffälliger sind die Soundeffekte, und die gehen bewusst in eine komplett alberne Richtung. Wenn eure Figur Schleim verliert, klingt das schön matschig. Dazu kommen kleine, absurde Details, die das Ganze eher in Richtung Comedy drücken.

Der Höhepunkt ist dann dieser Moment, wenn ein offensichtlicher „Men in Black“-Verschnitt auftaucht und ihr euch möglichst menschlich verhalten müsst. Bedeutet konkret: Tastenkombination drücken, um… überzeugend zu pupsen. Warum? Gute Frage.

Kritik: Hier fehlt noch einiges

So unterhaltsam das Ganze auch ist, merkt man Roadside Research an vielen Stellen deutlich an, dass es noch mitten in der Entwicklung steckt.

  • Steuerung beim Kassieren und Tanken ist nervig, vor allem mit Controller
  • Technische Bugs sind deutlich sichtbar
  • Kaum Abwechslung in der Umgebung
  • Endgame fehlt aktuell komplett

Wir haben alles freigeschaltet und danach war einfach… Ende.
Ein paar Missionen gibt’s noch, wie das Beobachten oder Filmen von Kunden, aber keinen echten Anreiz weiterzuspielen.

Geplante Inhalte wie eine Waschanlage oder Erweiterungen sind zwar angekündigt, aber aktuell eben noch Zukunftsmusik.

Fazit: Chaotischer Koop-Simulator mit richtig viel Potenzial

Unterm Strich ist Roadside Research kein fertiges Spiel, und es versucht auch gar nicht erst, diesen Eindruck zu vermitteln. Dafür gibt es zu viele Ecken, die noch nicht ganz rund laufen, und zu viele Stellen, an denen man merkt, dass hier noch gebaut wird.

Trotzdem schafft es das Spiel, genau in diesen unfertigen Momenten seinen Charme zu entwickeln. Der Mix aus Tankstellen-Simulator und komplett absurdem Alien-Setting funktioniert besser, als man es erwarten würde. Vor allem dann, wenn ihr nicht versucht, alles perfekt zu machen, sondern euch einfach auf das Chaos einlasst.

Für wen lohnt es sich?

  • Koop-Fans
  • Simulator-Spieler
  • Alle, die Chaos mögen und darüber lachen können

Empfehlung:
Ja, kann man schon jetzt spielen. Besonders mit Freunden.

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