Der Schriftsteller Alan Wake ist zurück und legt sich erneut mit der Finsternis an. Nach ganzen 11 Jahren geht seine Geschichte endlich weiter. Und diesmal bekommt er Unterstützung, beziehungsweise Konkurrenz, durch eine FBI-Agentin.
In Alan Wake 2 schlüpft ihr sowohl in die Rolle von Alan Wake als auch in die der FBI-Agentin Saga Anderson. Beide verfolgen ihre eigenen Ansätze, um die mysteriösen Ereignisse zu verstehen.
Saga geht dabei klassisch auf Spurensuche. Sie befragt Personen, sammelt Hinweise und ordnet ihre Erkenntnisse in ihrem sogenannten Gedankenraum. Dort könnt ihr Beweise miteinander verknüpfen und neue Zusammenhänge entdecken.
Alan löst Probleme dagegen auf seine ganz eigene Art: Er schreibt. In seinem Storyabschnitt könnt ihr die Handlung mithilfe seiner Autorenfähigkeiten verändern und bestimmte Szenen beeinflussen.
Und genau hier wird es interessant:
Ab einem gewissen Punkt könnt ihr selbst entscheiden, welche der beiden Geschichten ihr weiterspielt. Die Handlungsstränge ergänzen sich dabei erstaunlich gut, auch wenn die Story stellenweise bewusst ziemlich kryptisch bleibt.
Wer bei Alan Wake klare Antworten erwartet, hat vermutlich noch nie mit diesem Mann zu tun gehabt.
Kämpfe: weniger ist mehr
Das grundlegende Kampfsystem kennt ihr bereits aus dem Vorgänger. Gegner werden zunächst mit Licht geschwächt, bevor ihr ihnen mit euren Waffen richtig zusetzen könnt. Das Prinzip funktioniert auch diesmal wieder gut.
Allerdings wurde die Anzahl der Kämpfe deutlich reduziert. Und das ist eine gute Entscheidung. Statt euch ständig irgendwelche Gegnerhorden vor die Nase zu setzen, konzentriert sich das Spiel stärker auf Atmosphäre, Erkundung und Story. Ein ordentliches Waffenarsenal steht euch trotzdem zur Verfügung.
Nur beim Inventar heißt es: Platz sparen. Denn natürlich findet man genau dann wichtige Gegenstände, wenn der Rucksack bereits komplett voll ist. Gaming-Gesetz Nummer 47.
Auch die gelegentlichen Bosskämpfe bringen eigene Mechaniken mit und sorgen für etwas Abwechslung.
Grafik, Atmosphäre und Jumpscares
Optisch gehört Alan Wake 2 definitiv zu den Highlights. Die Umgebungen sehen richtig stark aus und besonders die düsteren Schauplätze erzeugen eine bedrückende Atmosphäre. Licht und Schatten werden dabei gezielt eingesetzt, um Spannung aufzubauen. Und dann wären da noch die Jumpscares.
Einige davon funktionieren über plötzlich auftauchende Bilder und Effekte. Wem das etwas zu viel des Guten ist, kann diese in den Optionen zumindest ein wenig reduzieren.
Willkommen im Story-Labyrinth
Die Geschichte ist spannend, wartet mit einigen Wendungen auf und schafft es, euch immer wieder im Dunkeln tappen zu lassen. Das ist gleichzeitig eine Stärke und manchmal auch ein kleines Problem. Wir hatten zwischendurch immer wieder Schwierigkeiten herauszufinden, was eigentlich das nächste Ziel ist oder wie wir dort hinkommen sollen. Der Gedankenraum kann dabei helfen und liefert teilweise Hinweise.
Durch die relativ freie Reihenfolge der Storyabschnitte kann es außerdem vorkommen, dass sich manche Zusammenhänge zunächst etwas lückenhaft anfühlen. Wer die Handlung gerne schön chronologisch serviert bekommt, könnte hier gelegentlich etwas ratlos vor dem Bildschirm sitzen.
Kurz gesagt
Alan Wake 2 ist nach 11 Jahren eine würdige Fortsetzung geworden. Das Gameplay wurde sinnvoll erweitert, die zweite Hauptfigur bringt frischen Wind in die Geschichte und die beiden Handlungsstränge ergänzen sich hervorragend. Nicht immer ist sofort klar, wohin die Reise geht. Dafür liefert das Spiel eine starke Atmosphäre, eine spannende Story und jede Menge Momente, bei denen man wissen möchte, wie es weitergeht.
Wer düstere Mystery-Geschichten mag und sich gerne auch mal ein bisschen den Kopf zerbricht, sollte Alan Wake 2 definitiv auf dem Radar haben.
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