Die Menschheit sucht eine neue Heimat. Was sie findet, könnte jedoch weit mehr sein als ein unbewohnter Planet. Aphelion verbindet Science-Fiction, Erkundung und Überlebenskampf zu einem atmosphärischen Abenteuer.
Die Erde ist nicht mehr die Zukunft. In Aphelion macht sich eine Expedition auf den Weg zu einem fernen Planeten, der zur neuen Heimat der Menschheit werden soll. Natürlich läuft dabei nichts nach Plan. Denn wie es sich für gute Science-Fiction gehört, geht bereits die Landung gewaltig schief.
Nach dem Absturz werdet ihr von eurem Team getrennt und müsst euch allein durch die lebensfeindliche Eiswelt kämpfen. Doch während ihr versucht zu überleben und euren Partner wiederzufinden, drängt sich eine Frage immer stärker auf:
Ist dieser Planet wirklich unbewohnt?
Im Verlauf der Geschichte schlüpft ihr abwechselnd in die Rollen von Ariane und Thomas, die sich unterschiedlich spielen und jeweils eigene Herausforderungen mitbringen.
- Ariane: Klettern, Balancieren und Überleben
Ariane ist die Athletin des Teams. Mit ihr erklimmt ihr steile Felswände, hangelt euch über Abgründe und überquert vorsichtig riesige Eisflächen.
Dezent fordernd: Bei vielen Sprüngen müsst ihr zusätzlich eine Taste drücken, um euch an vereisten Oberflächen festzuklammern. Wer diese Mechanik als zu stressig empfindet, kann sie in den Optionen deaktivieren.
Dazu kommen Balance-Passagen, Klettereinlagen und kleinere Schleichabschnitte, die für Abwechslung sorgen.
- Thomas: Kampf gegen die Zeit
Thomas hat bei der Bruchlandung weniger Glück. Er wurde verletzt und sein Sauerstoffsystem beschädigt.
Klettern ist für ihn daher keine Option. Stattdessen bewegt ihr euch durch die gefährliche Umgebung und müsst unter Zeitdruck von einer Sauerstoffquelle zur nächsten gelangen. Auch diese Herausforderung lässt sich bei Bedarf über die Optionen entschärfen.
Die unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden Figuren sorgen dafür, dass sich die Abschnitte angenehm voneinander unterscheiden.
Die Entwickler von Don't Nod zeigen erneut ihre größte Stärke: das Erzählen von Geschichten.
Wie schon bei der Life Is Strange-Reihe steht auch hier die Atmosphäre klar im Mittelpunkt. Die eisige Welt wirkt bedrückend, einsam und geheimnisvoll. Die Geschichte wird durch hochwertig inszenierte Zwischensequenzen erzählt und schafft es, die Spannung konstant aufrechtzuerhalten.
Weniger überzeugend fällt dagegen die Technik aus.
Die Bewegungen der Figuren wirken teilweise etwas hölzern und manche Sprungpassagen fühlen sich unnötig unpräzise an. Gelegentlich landet ihr nicht dort, wo ihr eigentlich hinwolltet, oder rutscht trotz erfolgreicher Landung noch in den Abgrund. Diese kleinen Ungenauigkeiten können gerade in den Kletterpassagen frustrierend sein.
Kurz gesagt
Aphelion punktet vor allem mit seiner starken Atmosphäre, einer spannenden Science-Fiction-Geschichte und zwei abwechslungsreichen Hauptfiguren. Wer narrative Abenteuer und cineastische Inszenierung schätzt, dürfte hier auf seine Kosten kommen.
Technisch leistet sich das Spiel zwar einige Schwächen bei Animationen und Steuerung, diese trüben das Gesamtbild aber nicht dauerhaft.
Da Aphelion zudem kein Vollpreistitel ist und zahlreiche Komfortoptionen bietet, fällt es leicht, über die kleineren Macken hinwegzusehen.
Wer eine packende Story in einer faszinierenden Eiswelt erleben möchte, sollte diesem Abenteuer definitiv eine Chance geben.
Kommentar hinzufügen
Kommentare