Wer dachte, im ersten Teil hätten die sprechenden Waffen schon genug Unsinn erzählt, wird hier eines Besseren belehrt. High on Life 2 dreht den Humor nochmal ein Stück weiter auf und bleibt sich dabei erstaunlich treu.
Die größte Neuerung ist definitiv das Skateboard. Funktioniert erstaunlich gut.
Ihr seid deutlich schneller unterwegs, könnt grinden und flowt viel flüssiger durch die Level. Das Movement fühlt sich insgesamt direkter an und nimmt dem Spiel dieses leichte „von Arena zu Arena laufen“-Gefühl.
Auch die Waffen haben wieder mehr drauf: Ihre zusätzlichen Fähigkeiten nutzt ihr nicht nur im Kampf, sondern auch für Umgebungsrätsel. Das lockert die vielen Shooter-Passagen spürbar auf und sorgt dafür, dass ihr nicht nur stumpf alles wegballert.
Kleiner Dämpfer: Die Sprachausgabe ist wieder nur auf Englisch verfügbar. Deutsche Untertitel gibt’s zwar, aber wer komplett auf Deutsch spielen will, hat Pech.
Viel vom Alten - und das ist nicht unbedingt schlecht
Die Waffen labern euch weiterhin ohne Pause voll. Ob das nervt oder unterhält, könnt ihr immerhin selbst einstellen. Die Sprüche sind wieder komplett over the top, oft ziemlich bissig und teilweise so drüber, dass man entweder lacht oder einfach kurz die Augen schließt und durchatmet.
Gesellschaftskritik ist auch wieder mit dabei, genauso wie das ständige Durchbrechen der vierten Wand. Besonders ein Bossfight dreht hier völlig frei und zeigt, wie absurd das Spiel sein kann.
Die verschiedenen Welten bringen genug Abwechslung rein, jede mit eigenem Thema und passender Waffe, die ihr auch für die Rätsel nutzt.
Eure Ziele stammen aus einer Kopfgeldliste - auf der ihr zu Beginn sogar selbst landet. Netter Einstieg, der direkt zeigt, in welche Richtung der Humor geht. Das Gameplay ist durch die Rätsel angenehm abwechslungsreich, auch wenn die Shooter-Passagen teilweise etwas zu häufig auftreten.
Die Settings reichen von fast schon detektivischen Cluedo-Vibes bis hin zu komplett eskalierenden Szenarien wie dem Kampf gegen eine Sekte im Maisfeld.
Beim Waffenarsenal wird wieder ordentlich aufgefahren: vom Messer über die Schrotflinte bis hin zum Bogen ist alles dabei. Munition ist unendlich, ihr müsst also nur aufs Nachladen achten.
Zusätzliche Feuermodi bringen etwas mehr Tiefe ins Gameplay und sorgen dafür, dass sich die Kämpfe nicht komplett gleich anfühlen – auch wenn sie manchmal nah dran sind.
Fun Fact:
Die Waffen in High on Life haben deutlich mehr Sprachzeilen als viele Hauptcharaktere in anderen Games. Je nach Einstellung quatschen sie so viel, dass du im Grunde nie wirklich „alle“ Dialoge hörst, selbst nach einem kompletten Durchlauf nicht. Das Spiel ist also teilweise bewusst darauf ausgelegt, dass du Inhalte verpasst.
Kurz gesagt
Der Humor geht wieder stark in die „Rick and Morty“-Richtung und ist definitiv nicht für jeden gemacht. Wenn ihr damit nichts anfangen könnt, wird euch das Spiel eher nerven als unterhalten.
Wenn ihr den ersten Teil gefeiert habt, fühlt sich High on Life 2 dagegen sofort vertraut an. Das Skateboard bringt frischen Schwung rein, die sprechenden Waffen bleiben das Highlight und die rund 12 Stunden Spielzeit liefern solide Unterhaltung.
Kein riesiger Fortschritt, aber genau das, was Fans erwarten. Und manchmal reicht das ja schon.
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