Valor Mortis – Napoleons Hölle aus der Ego-Perspektive

Veröffentlicht am 20. Oktober 2026 um 11:27
Valor Mortis

Ein Soulslike in der First-Person-Perspektive, ein alternatives Napoleon-Setting, rasante Parkour-Passagen und ein Kampfsystem, das euch das Parieren gnadenlos einbläut. Valor Mortis kombiniert bekannte Genre-Elemente mit eigenen Mechaniken und liefert damit eine ungewöhnliche Mischung, die überraschend gut funktioniert.

Ihr schlüpft in die Rolle von William, einem eigentlich verstorbenen Soldaten, der durch eine Seuche wieder zum Leben erweckt wurde. In einer alternativen Zeitlinie zur napoleonischen Ära kämpft ihr euch durch eine Welt voller besessener und mutierter Gegner. Neben Nahkampfwaffen stehen euch Pistolen, Gewehre und Zauber zur Verfügung.

Gameplay: Parieren oder verzweifeln

Wie es sich für ein Soulslike gehört, verliert ihr nach eurem Tod eure gesammelten Punkte. In Valor Mortis heißen diese Katalysatoren. Doch hier kommt eine Besonderheit ins Spiel: Ihr werdet für eure Versuche gegen Bosse belohnt!

Selbst wenn ihr scheitert, erhaltet ihr weitere Katalysatoren. Je weiter ihr im Kampf kommt, desto mehr könnt ihr verdienen. Eure gesammelten Punkte warten außerdem vor der Bossarena darauf, wieder eingesammelt zu werden.

Das steckt im Kampfsystem:

  • Nahkampf: Stellt euch euren Gegnern direkt und lernt, ihre Angriffe zu parieren.

  • Fernkampf: Nutzt Pistolen und Gewehre, um Feinde auch aus der Entfernung auszuschalten.

  • Zauber: Ergänzt eure Angriffe durch übernatürliche Fähigkeiten.

  • Skillbaum: Investiert eure Katalysatoren in neue Fähigkeiten statt in klassische Charakterwerte.

  • Parkour: Schwingt euch über Abgründe, meistert Sprungpassagen und absolviert Wandläufe.

Das Kampfsystem macht vor allem durch die Kombination der verschiedenen Waffen und Fähigkeiten Spaß. Ihr könnt euren eigenen Kampfstil entwickeln und müsst euch immer wieder auf neue Situationen einstellen.

 

Der erste Boss kennt keine Gnade

Spätestens beim ersten Boss zeigt sich allerdings, ob ihr das Parieren wirklich beherrscht. Dieser Kampf verlangt euch einiges ab und war für uns sogar der härteste Bosskampf im gesamten Spiel.

Wer bis dahin noch nicht gelernt hat, gegnerische Angriffe zuverlässig zu parieren, bekommt hier eine ziemlich schmerzhafte Nachhilfestunde. Das Parieren ist keine nette Zusatzfunktion, sondern eine Fähigkeit, die ihr dringend braucht, um weiterzukommen.

Bernsteine: Kleine Steine, große Wirkung

Mit gefundenen Bernsteinen könnt ihr eure Fähigkeiten zusätzlich verbessern. Je nach Charakterlevel lässt sich nur eine begrenzte Anzahl gleichzeitig einsetzen. Die Boni reichen von größeren Zeitfenstern zum Parieren bis hin zu zusätzlichen Effekten für eure Fernkampfwaffen.

Besonders starke Bernsteine verstecken sich unter anderem in den hervorragend geschriebenen Nebenmissionen. Es lohnt sich also, nicht einfach nur der Hauptgeschichte hinterherzurennen.

Praktisch: Beim Wechseln eurer Waffen über das Waffenrad oder im Menü pausiert das Spiel. So könnt ihr eure Ausrüstung in Ruhe anpassen, ohne währenddessen unfreiwillig Bekanntschaft mit dem gegnerischen Schwert zu machen.

Napoleon trifft auf Seuche und Wahnsinn

Valor Mortis schickt euch durch eine vergleichsweise offene Welt, in der sich genaues Erkunden bezahlt macht. Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt alternative Wege, um Gegner zu umgehen oder sie aus einer vorteilhaften Position zu überraschen.

Auch versteckte Belohnungen und Abkürzungen warten darauf, gefunden zu werden. Das ungewöhnliche Setting der napoleonischen Ära ist dabei eine willkommene Abwechslung zum üblichen Fantasy-Einerlei.

Fernkampfwaffen und Zauber sind nicht nur im Kampf nützlich, sondern helfen euch auch bei der Erkundung. Mit bestimmten Waffen oder Fähigkeiten könnt ihr neue Wege öffnen und bislang unzugängliche Bereiche erreichen.

Kurze Wege, bekannte Soulslike-Regeln Die auffüllenden Laternen sind angenehm erreichbar. An diesen Rastpunkten könnt ihr eure Heilungen und Munition auffüllen. Der Haken: Besiegte Gegner kehren ebenfalls zurück. Ein bekanntes Prinzip, das euch vor die übliche Entscheidung stellt: schnell weiter oder doch noch einmal die Umgebung absuchen?

 

Neblige Schlachtfelder, kleine Städtchen und verlassene Gebiete vermitteln das Gefühl einer Welt, die von einer Seuche heimgesucht wurde. Die mutierten und körperlich veränderten Gegner passen hervorragend in dieses düstere Szenario. Dazu kommen Höhlen, Steinbrüche und weitere abwechslungsreiche Umgebungen.

Die First-Person-Perspektive ist für das Genre eher ungewöhnlich, funktioniert hier aber erstaunlich gut. Die Kämpfe fühlen sich unmittelbar an, weil euch die Gegner direkt gegenüberstehen.

Unsere Highlights

Was Valor Mortis besonders macht, ist nicht unbedingt eine einzelne Mechanik, sondern die Kombination seiner Ideen.

Das gefällt uns besonders:

  • Ungewöhnliches Setting: Die napoleonische Ära trifft auf eine Seuche, Besessenheit und übernatürliche Kräfte.

  • Belohnungen trotz Niederlage: Das Katalysatoren-System motiviert dazu, sich auch schwierigen Bossen erneut zu stellen.

  • Abwechslungsreiche Kämpfe: Nahkampf, Fernkampf und Zauber lassen sich sinnvoll miteinander kombinieren.

  • Dynamische Gegner: Bei manchen Gegnern verändern sich die Schwachpunkte bei jedem Versuch.

  • Überraschende Erkundung: Einstürzende Wege und versteckte Fallen sorgen dafür, dass ihr euch nie zu sicher fühlen solltet.

  • Gelungene Nebenmissionen: Sie erzählen interessante Geschichten und belohnen euch mit nützlichen Fähigkeiten und Gegenständen.

Die großen Bosse sind zwar überschaubar an der Zahl, dafür aber individuell gestaltet. Jeder bringt eigene Mechaniken mit. Ein Kampf kombiniert sogar Parkour-Elemente mit dem Bossgefecht und hebt sich dadurch deutlich von klassischen Duellen ab.

Auch die Nebenmissionen überzeugen. Mit bestimmten Zaubern könnt ihr außerdem in bereits besuchte Gebiete zurückkehren und dort neue Bereiche entdecken. Das gibt euch zusätzliche Gründe, die Welt gründlich zu erkunden.

Fun Fact: Sterben lohnt sich ausnahmsweise!

In Valor Mortis könnt ihr bei euren Bossversuchen weitere Katalysatoren verdienen. Selbst wenn ihr den Kampf verliert, geht ihr also nicht zwingend mit leeren Händen aus der Arena. Eine seltene Form von Trostpflaster, bei der der nächste Tod wenigstens ein bisschen etwas bringt.

Kritikpunkte: Bugs und etwas wenig Gegnervielfalt

Ganz ohne Schwächen kommt Valor Mortis allerdings nicht davon. Wir haben das Spiel mit den ersten beiden Patches gespielt und dabei einige technische Probleme erlebt.

Das ist uns negativ aufgefallen:

  • Schriftzeichen wurden teilweise über den Bildschirm gelegt.

  • Auf der Xbox Series X kam es zu vier vollständigen Spielabstürzen.

  • Die Gegnervielfalt hätte etwas größer ausfallen dürfen.

  • Einige kleinere Bosse tauchen später erneut als normale Gegner auf.

Gerade bei einem Spiel, das präzises Timing und anspruchsvolle Kämpfe verlangt, können technische Fehler den Spielfluss empfindlich stören. Hier bleibt zu hoffen, dass kommende Updates die Probleme weiter beheben.

Die wiederverwendeten Gegner sind dagegen weniger dramatisch, nehmen manchen Begegnungen aber etwas von ihrer ursprünglichen Besonderheit.

Fazit: Ein Soulslike mit eigenem Charakter

Valor Mortis orientiert sich erfreulicherweise nicht strikt an der bekannten Genre-Blaupause. Das frische Setting, die First-Person-Perspektive und die Mischung aus Nahkampf, Fernkampf, Zaubern und Parkour funktionieren überraschend gut.

Besonders die offene Welt, die individuellen Bossmechaniken und die gelungenen Nebenmissionen sorgen dafür, dass ihr immer wieder Gründe habt, genauer hinzusehen und neue Wege auszuprobieren.

Der Einstieg fällt durch den extrem anspruchsvollen ersten Boss allerdings ziemlich hart aus. Wer das Parieren nicht beherrscht, wird hier schnell an seine Grenzen stoßen. Die technischen Probleme und die überschaubare Gegnervielfalt trüben den Gesamteindruck etwas, ändern aber nichts daran, dass die Mischung aufgeht.

Unser Fazit: Wer eine frische Interpretation des Soulslike-Genres sucht und sich von einem knallharten Einstieg nicht abschrecken lässt, sollte William eine Chance geben. Denn in dieser Welt ist der Tod zwar ein ständiger Begleiter, aber immerhin kein Grund, die Katalysatoren gleich abzuschreiben.

Spieldauert: ca. 25h

Spielbar auf:

Bewertung des Games unserer Blog-Leser:

Bewertung: 5 Sterne
1 Stimme

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.